Vorlaut - Wer nicht kämpft, kann nur verlieren

Vorlaut - Wer nicht kämpft, kann nur verlieren, Cover
Vorlaut - Wer nicht kämpft, kann nur verlieren, Cover

Artist:

Vorlaut

Album:

Wer nicht kämpft, kann nur verlieren

Musiklabel:

Eigenproduktion

Veröffentlicht:

Oktober 2018

Bewertung:

Tracklist:

1. Wer nicht kämpft

2. ...weil du so bist

3. Auf diesem Weg

4. Uhrwerk

5. Das Leben ist ein Spiel

6. Einfacher Mann

7. Terror, Krieg und Geld

8. Das bin ich

9. Narben für die Ewigkeit

10. Schaut uns an

11. Ein Traum


Viele haben es schon vernommen, wer nicht – Vorlaut, das Quartett aus dem Münsterland, geht am 26.10.2018 mit seinem zweiten Silberling an den Start. Wer nicht kämpft, kann nur verlieren, heißt das Werk und es lehnt sich an das Tief der Band an, als sie Anfang 2016 kurz vor dem Aus standen. 

Wer jetzt meint oh da wird gejammert, den muss ich eines Besseren belehren. Es ist eher eine Kampfansage nach dem Motto „Und wir legen noch ne Schippe drauf“ Elf neue Songs die vor Motivation nur so strotzen.

Und so geht es auch mit Schwung in den Titeltrack mit der bissigen Kampfansage „... wenn ihr mich schon am Boden seht und ich bis zum Hals in Scheiße steh, dann werdet ihr verstehen „Wer nicht kämpft", kann nur verlieren…“

Track zwei. Eine ruhige Gitarrenmelodie und fast sanfte, aber sehr direkte Worte, gehen hier an einen Egozentriker, bevor es im Refrain wutgeladen rausplatzt „...denn du bist der, der mit dem Finger auf uns zeigt, du bist der, der über uns noch gar nichts weiß. „…weil du so bist“ so wie du bist läufst du ewig hinterher, bringst dich selber schnell zum Fallen und machst dir das Leben schwer…“ Mit richtig Tempo geht es hier einfach nur nach vorn.

Zu „Auf diesen Weg“ gab es im Frühjahr bereits als erstes Lebenszeichen ein Video, was anhängt.

Mit „Uhrwerk“ kommt dann der erste Track, wo ich sagen muss WOW. Die Liedgitarre kitzelt dir eine Melodie ins Ohr, die dort anfängt zu drehen und nicht mehr aufhört. Der Bass, so präsent wie nie vorher bei Vorlaut, sorgt für Wumm und Rhythmusgitarre und Drums versetzen dich in Schwingung. Still sitzen unmöglich. Ach ja, einen Text gibt es auch und den singt man nach dem zweiten Durchgang laut mit „… es ist die Zeit die niemals stehen bleibt, das Uhrwerk das sich dreht, so lang das Leben weiter geht. Es gibt nichts was jemals stehen bleibt, so lang die Zeiger sich noch drehen bleibt das Uhrwerk niemals stehen…“

Danach wird erst mal Gas weggenommen und es geht mit rhythmischem Druck, einer breiten Gitarrenfront und einem Ali mit Gefühl in der Stimme in den nächsten Song wo ich nur sagen kann geil. „…“Das Leben ist ein Spiel“, die Regeln machst du selbst, du kannst es nicht verlieren, wenn du dich dranhältst. Sei einfach wie du bist und denk immer daran, dass jede Niederlage, auch Gewinn bringen kann…“

Ja wir wären nicht im Album von Vorlaut, wenn nicht auch Spaß im Programm wäre und so wird im Party Garant drauf gebaut „… Ich bin in „Einfacher Mann“ der dir gar nichts bieten kann, und alles was du siehst, ist was du kriegst…“

Das die Band nicht nur den Kampf um sich selbst aufgenommen hat, sondern auch der Blick in die Welt ein Grund zu Kämpfen ist und das für alle, bringen sie in „Terror, Krieg und Geld“ zum Ausdruck. „… Terror in dieser Welt, Krieg um Religion und Geld. Der Kampf um Macht und Ruhm, öffnet eure Augen denn wir können noch was tun. Gegen das System wir müssen zusammenstehen. Gemeinsam Mann für Mann, halten wir zusammen ein Leben lang.

Wie sieht es aus mit der Wahrheit, wie weit kommt man mit Lügen und Intrigen? Die Frage sollte man sich mal stellen, sonst stellt man nachher fest „...das Opfer der Intrigen seit nicht ihr – nein „Das bin Ich“…“

So tief wie die „Narben für die Ewigkeit“, ist auch das Instrumental zu dem Song. Im Gesang ist die Bitterkeit der Narben zu spüren „weißt du noch wie es mal war, zwischen uns war dieses Band. Ich schau dir heute ins Gesicht, doch ich erkenne dich nicht. Wir waren wie Brüder in all den Jahren… Ich denke heute noch oft daran und wie sich plötzlich alles ändern kann, sehe die Zeit vorüberziehen, doch will ich dich nie wieder sehen… Die Zeit heilt Wunden doch was bleibt, sind tiefe Narben für die Ewigkeit…“ Der Titel spiegelt einfach alles an Enttäuschung wieder was die Band auf der Kippe zum Aus gefühlt hat…

…Doch es geht weiter und der Spaß ist nicht auf der Strecke geblieben. „Schaut uns an“ sollte eigentlich mal ein Intro werden, hat dann aber einen Text bekommen und ist wohl die Nummer geworden, die am besten zeigt das die Wunden geheilt sind.

Den Abschluss macht das wohl ruhigste, gefühlvollste, aber auch reifste Stück auf dem Album, „Nur ein Traum“. Als ich den Song das erste Mal gehört habe, war meine Frage „Wer ist die zweite Stimme?“ (öööhm die gibt es nicht, es ist und bleibt Ali der mich da voll überzeugt) und es sind Momo, Kalle, Ali und Jonas, die mir mit dem perfekt aufeinander passenden Instrumental, jedes Mal wenn ich das Stück höre, wieder eine Gänsehaut machen… den Rest gebt euch selber und genießt ^^

Fazit: Durch den Umbruch hat die Band eigentlich nur Gewinn gemacht. Ali seine Gesangsbreite hat zugenommen und er hat mehr Gefühl für seine Gitarre bekommen. Mit Kalle wurde an der Gitarre ein Mann gefunden, der überzeugende Arbeit abliefert. Der Bass hat mit Jonas eine Stelle an der Front gefunden und Momo bedient seine Pötte gezielt. Die Zusammenarbeit an den Seiten ist besser geworden, was dem Ganzen mehr Volumen gibt. Und der Songaufbau, sowie das Instrumental ist vielseitiger geworden. Nach oben ist natürlich immer Platz, aber bei mir lässt das Album keine Wünsche offen.

 

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Geschrieben von anke am 16.10.2018

anke ist seit über 30 Jahren grenzenlos der Musik verfallen, immer auf der Suche nach was Neuem und gerne live an der Front. Seit Anfang 2014 teilt sie Ihre Eindrücke hier, durch CD und Event Reviews, versorgt den Eventkalender und gibt News an die Leser weiter. Ihre Reviews fallen meistens positiv aus weil:- Sie die Leser auf gute Musik aufmerksam machen will - Sie negative Kritik lieber direkt an eine Band gibt, als sie öffentlich zu zerreißen.